„Bilder im Kopf“

Lyrik im Deutschunterricht der Jahrgangsstufe 10 – ein anspruchsvolles Thema

„Bilder im Kopf“ – das Sonett „Berlin VI – Vorortbahnhof“ des Frühexpressionisten Georg Heym aus dem Jahr 1910 vermag diese deutlich hervorzurufen.

Der Schüler Jannes Schmidt (Realschulklasse 10) setzte seine persönlichen optischen Vorstellungen künstlerisch um und veranschaulichte so seine Interpretation des Gedichts. Zudem ergänzte er auf diese Weise wirkungsvoll die im Deutschunterricht durchgeführte Analyse.

Gudrun Kramer, 2019

Vorortbahnhof (Berlin VI)

Juli 1910

  Auf grüner Böschung glüht des Abends Schein.
Die Streckenlichter glänzen an den Strängen,
Die fern in einen Streifen sich verengen
– Da braust von rückwärts schon der Zug herein.

Die Türen gehen auf. Die Gleise schrein
Vom Bremsendruck. Die Menschenmassen drängen
Noch weiß vom Kalk und gelb vom Lehm. Sie zwängen
Zu zwanzig in die Wagen sich herein.

Der Zug fährt aus, im Bauch die Legionen.
Er scheint in tausend Gleisen zu verirren,
Der Abend schluckt ihn ein, der Strang ist leer.

Die roten Lampen schimmern von Balkonen.
Man hört das leise Klappern von Geschirren
Und sieht die Esser halb im Blättermeer.

Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/buch/gedichte-9691/16, 07.02.19, 9 Uhr 12.

Madlen Wagner

im Osten geht die Sonne auf...

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